Pressemeldungen 2019

Sexualpädagogik: Wie geht es jetzt weiter?

Das Vorhaben einiger Abgeordneten von ÖVP und FPÖ, sexualpädagogische Workshops, wie sie zum Beispiel die aktion leben anbietet, aus den Schulen zu verbannen, macht uns sehr betroffen. Wir bieten seit Jahrzehnten mit großem Erfolg und unter entsprechender allgemeiner Wertschätzung sexualpädagogische Workshops an. Die Nachfrage danach ist hoch.

 

Das Argument, das wir jetzt hören, lautet, dass Vereine umstrittene und problematische Inhalte an die Schulen bringen würden. Deshalb wäre es besser, sie ganz von den Schulen fernzuhalten. Lehrerinnen und Lehrer sollen Sexualpädagogik künftig selbst machen.  

 

Wir meinen, es wäre wesentlich besser, Qualitätskriterien festzulegen und für mehr Transparenz in der Sexualpädagogik zu sorgen. Wir treten dafür ein, dass qualitätsvolle Sexualpädagogik an den Schulen auszubauen und zu stärken ist: durch externe Spezialistinnen und Spezialisten, die ihre Erfahrungen, und ihren Sachverstand im Sinne der Verantwortung gegenüber dem Einzelnen und der Gesellschaft einbringen.


Wir halten die Begründung des Entschließungsantrages für sehr problematisch:

 

  • Weil es alle Anbieter, die seit Jahrzehnten professionelle Sexualpädagogik anbieten, unter Generalverdacht stellt.
  • Weil Lehrerinnen und Lehrer als notwendige Ergänzung die Expertise Externer brauchen, welche neben einer qualitätsvollen Ausbildung auch über einen großen Schatz an praktischer Erfahrung verfügen.
  • Weil psychologische, ethische, kulturelle und soziologische Aspekte der Sexualität sonst thematisch zu kurz kommen bzw. gänzlich entfallen.
  • Weil Schülerinnen und Schüler gerade von externen ExpertInnen profitieren, die die persönliche Intimsphäre der SchülerInnen sensibel zu wahren wissen, einen achtsamen Umgang mit heiklen persönlichen Fragen vorleben und in keinem Machtverhältnis zu den Schülerinnen und Schülern stehen.
  • Weil Vereine wie aktion leben auf speziellen Gebieten besondere Erfahrung einbringen können, die für das weitere Leben wichtig sind:
  • Fruchtbarkeit, Lebensanfang, vorgeburtliche Mutter-Kind-Bindung, ungeplante Schwangerschaft, Schwangerschaftsabbruch, Mehrwert der Schwangerenberatung etc.
  • Weil es eine Utopie ist, zu glauben, dass im außerschulischen Bereich aufgeholt werden könnte, was in der Schule versäumt wurde. Die Zeche würden diejenigen zahlen, die eine gute Sexualaufklärung am notwenigsten brauchen.

 

>>> Unsere Position dazu zur derzeitigen Situation wir in in unserer Presseaussendung vom 17.6. dargelegt.

>>> Hier können Sie auch den Entschließungsantrag im Wortlaut lesen, der von Dr. Rudolf Taschner (ÖVP) und Wendelin Mölzer (FPÖ) eingebracht wurde. Drei weitere Abgeordnete haben unterschrieben.

 

Wie geht es nun weiter:

Sollte der Entschließungsantrag eine Mehrheit finden im Parlament, wäre das eine Aufforderung an die Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Forschung, tätig zu werden. Ob  in der kurzen Zeit bis zur Wahl überhaupt etwas passiert, ist nicht abzuschätzen.

 

Fazit: Schulen können bei uns bis auf weiteres unsere sexualpädagogischen Workshops buchen.

 

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