Pressemeldungen 2017

ORF-Artikel zu Samen- und Eizellspende

Auf orf.kaernten.at ruft ein Fortpflanzungsmediziner mit einem flammenden Appell zu Eizellspende und Samenspende auf. Die Risiken dieses Vorgehens werden nicht genannt. „Ein derart unreflektierter Aufruf zur Eizellspende und Samenspende – ohne die erheblichen Folgen und Risiken für die Spenderinnen und Spender sowie die Kinder zu nennen – widerspricht dem journalistischen Sorgfaltsgebot“,  meint Mag. Martina Kronthaler, Generalsekretärin von aktion leben österreich.

 

100 Frauen würden auf eine Eizellspende warten, die Samenzellen müssten aus Dänemark importiert werden. Jeder, der spende, tue ein gutes Werk, heißt es im Artikel auf orf.kaernten.at. „Dieser Artikel appelliert an die Hilfsbereitschaft von Frauen und Männern, die als Eizellspenderin und Samenspender angesprochen werden. Ergänzende Informationen über die erheblichen Risiken des Verfahrens fehlen,“ merkt Mag. Martina Kronthaler, Generalsekretärin von aktion leben österreich an.

 

„Damit kommt der Bericht einer Werbung für Samen- und Eizellspende sehr nahe, die nach dem Fortpflanzungsmedizingesetz verboten ist“, führt Martina Kronthaler weiter aus. Das Werbeverbot sei aber mit gutem Grund erlassen worden: „Man will dadurch junge Frauen schützen“, so Kronthaler.

 

Junge, gesunde Frau wird zur Patientin

 

Eine Eizellentnahme ist ein invasiver Eingriff, dem eine Hormonstimulation vorangeht. Dies bedeutet erhebliche gesundheitliche Risiken bis hin zur Lebensgefahr für die Frau. Sie nimmt das Risiko einer relevanten Verminderung der eigenen Eizellreserven in Kauf. Eizellen seien keineswegs in unbegrenzter Zahl vorhanden. Die Langzeitfolgen für die Eizellspenderinnen bleiben mangels Studien dazu im Dunkeln.

 

Eizellspende ist aber auch für die Empfängerin problematisch. Das Risiko einer hypertensiven Schwangerschaftserkrankung liegt nach einer Eizellspende je nach Studie bei 22 bis 28 Prozent und ist mit erheblichen gesundheitlichen Gefahren für Mutter und Kind verbunden.

 

Trennung von sozialer und genetischer Elternschaft bei Samen- und Eizellspende

 

Weil es für Kinder wichtig ist, die eigenen Wurzeln zu kennen, ist anonyme Eizellspende und Samenspende in Österreich verboten. „Es ist nicht im Interesse der Kinder, dass anonym gespendet wird“, fügt Kronthaler an. „Dass sich dadurch weniger Spender melden, ist eindeutig nachrangig.“

 

Qualitätskontrolle: viel Luft nach oben

 

„Wir vermissen nach wie vor ein zentrales Register der Eizellspenderinnen und Samenspender. Es ist derzeit nicht möglich zu kontrollieren, wie oft ein Spender gespendet hat. Auch in der Qualitätssicherung der Fortpflanzungsmedizin, die über ein Zählen der Geburten hinausgeht, ist noch sehr viel Luft nach oben“, so Kronthaler. „Kinderwunschpaare sind v.a. mit Werbeversprechen konfrontiert. Das könnte durch eine verpflichtende bessere Dokumentation der IVF-Ergebnisse deutlich entschärft werden.“

 

Bis jetzt: ungebremste Goldgräberstimmung

 

Die Reproduktionsmedizin ist ein Markt mit hohen Wachstumsraten. Die Qualitätskontrolle ist hingegen äußerst mangelhaft. Es fehlen Daten zum Kindeswohl und den gesundheitlichen Folgen für die Frauen. „Wie der vorliegende Artikel wieder einmal gezeigt hat, sind Geschäftsinteressen oft ausschlaggebend dafür, was kommuniziert wird“, so Kronthaler abschließend.

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