Pressemeldungen 2016

Fortpflanzungsmedizingesetz: Aus den Augen – aus dem Sinn

 

Unabhängige Beratung, zentrales Spendenregister, ausführliche klinische und wissenschaftliche Dokumentation sowie ein Verbot der Leihmutterschaft in der Verfassung – das sind die zentralen Versäumnisse, die die Plattform „kinderbekommen.at“ zum Fortpflanzungsmedizingesetz ortet. Sie appelliert an die Nationalratsabgeordneten, parlamentarische Anfragen zur Umsetzung des Gesetzes zu stellen.

 

Am 21. Jänner 2015 ist der Gesetzesentwurf zum Fortpflanzungsmedizingesetz im Nationalrat mit 113 zu 48 Stimmen angenommen worden. „Das Gesetz ist geprägt von einer Tendenz zur Verschleierung und Schönfärberei“, sagte Gerda Schaffelhofer, Präsidentin der Katholischen Aktion Österreich. Es fehle jegliche wissenschaftliche Dokumentation. „Wir haben in Österreich keine Erhebung der gesundheitlichen, psychischen und rechtlichen Auswirkungen der Fortpflanzungsmedizin sowie kein zentrales Register für Eizellspenderinnen und Samenspender“, kritisiert Schaffelhofer. Es sei für die Plattform ein Skandal, dass es keine unabhängige Beratung für Eizellspenderinnen und Samenspender gebe.

 

Zentrales Spendenregister dringend notwendig

Für den Präsidenten des Katholischen Familienverbandes Alfred Trendl ist die Einführung eines zentralen Registers aus zumindest drei Gründen wichtig: „Erstens will ein Kind seine biologischen Eltern und seine Halbgeschwister kennen. Weiters ergibt sich die Pflicht, den Kindern diese Möglichkeit zu garantieren u.a. aus der Kinderrechtskonvention. Und drittens kann ohne zentrales Register die Einhaltung des Gesetzes nicht überprüft werden. Nach diesem dürfen dritte Personen nämlich ihren Samen und ihre Eizellen nur einer Krankenanstalt zur Verfügung stellen.“

Helmut Kukacka, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände, verwies auf die mit dem Gesetz beschlossene Entschließung als einen Erfolg der 1,3 Millionen Protestmails an die Abgeordneten im Jänner vorigen Jahres. Die Möglichkeiten eines solchen Registers sowie für mehr Dokumentation und eine frühere Auskunft für Kinder nach Keimzellspenden sollen innerhalb von zwei Jahren geprüft werden.

 

Leihmutterschaft als moderne Form der Sklaverei

Unbeantwortet blieb auch die Forderung der Plattform nach einem Verbot der Leihmutterschaft in der Verfassung. „Aktuelle Beratungen im Europarat und in der Haager Konferenz für Internationales Privatrecht erfordern eine klare Verurteilung der Leihmutterschaft durch die österreichische Bundesregierung“, betonte Gertraude Steindl, Präsidentin der aktion leben österreich. „Die Leihmutterschaft verletzt massiv die Rechte der Kinder und die Menschenwürde der Frau. Sie ist eine moderne Form der Sklaverei. Die Frau wird als Brutkasten missbraucht und Kinder vor der Geburt als rein körperlich Wachsende ohne emotionale Bedürfnisse und ohne Lernerfahrung betrachtet“, so Steindl. „Es gibt keinen ethisch gerechtfertigten Grund, Leihmutterschaft zu erlauben, aber viele Gründe dagegen.“

 

Forderung nach ausführlicher Dokumentation

Die Forderung nach ausführlicher Dokumentation auch über den Gesundheitszustand der Kinder nach IVF wurde von Matthias Beck, Mitglied der Bioethikkommission, mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen bekräftigt. Beck, u.a. Arzt und Medizinethiker, verwies auf die Schweizer Studie von Urs Scherrer, dass manche Nährlösungen, in der ein Embryo seine ersten Tage verbringt, zu Gefäßschäden in späteren Jahren führen können.

„Ich halte es daher für unabdingbar, Eltern mehr Informationen über mögliche Prävention von Fehlprogrammierungen durch In-vitro-Fertilisation zur Verfügung zu stellen“, so Beck. 

 

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„kinderbekommen.at“ ist eine Plattform aus Katholischer Aktion, aktion leben österreich, Katholischem Familienverband und der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände. Sie setzt sich kritisch mit dem Fortpflanzungsmedizingesetz in Österreich auseinander.

 

Statements zum Download:

Gertraude Steindl

Gerda Schaffelhofer

Alfred Trendl

Helmut Kukacka

 

 

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