Pressemeldungen 2015

60 Jahr-Feier mit Zukunftsthemen

aktion leben österreich feierte gestern 60 Jahre unter dem Motto „Unsere Vision vom Kinderbekommen – was brauchen Kinder und Eltern für einen guten Start?“

 

Die Festvorträge beim Jubiläumsfest „60 Jahre aktion leben österreich“ waren zwei Zukunftsthemen gewidmet: einerseits der Bedeutung des Kontinuums guter Bindungserfahrungen von Anfang an und andererseits der Fortpflanzungsmedizin und der Stellung des Kindeswohls dabei.

 

Frage nach Folgen der Reproduktionsmedizin

 

Den Wissensstand zu verbessern, war Ziel des ersten Festvortrags von Univ.Prof. Dr. Josef Christian Aigner, Univ. Prof. für Psychoanalytische Pädagogik an der Universität Innsbruck. Der Psychoanalytiker widmete sich den psychologischen Voraussetzungen wie Folgen der Fortpflanzungsmedizin: „Die Reproduktionstechnologie hat heute ungeahnte Möglichkeiten des Machbaren zur Erzeugung von Menschen bereitgestellt. Fernab der Feierlaune, die man aus diesem einbringlichen Geschäftszweig hört, fernab auch des Fortschrittsdenkens, das Skeptiker gern als Hinterwäldler oder Gleichberechtigungsgegner diffamiert, muss aber auch nach den psychologischen Voraussetzungen und Folgen dieser Technologie gefragt werden. Dabei ist einerseits der „Kinderwunsch" als psychologisches Konstrukt zu hinterfragen, der ein Recht aller möglichen Erwachsenen auf ein Kind konstituieren soll, andererseits die enorme seelische Empfindlichkeit des Embryos von Anfang an hervorzuheben, selbst schon vor seiner Zeugung durch Haltungen und Einstellungen der Eltern. Über all dem steht auch die Frage, in welcher Weise diese Technologie sich anmaßt, Leben zu erzeugen und die Chancen darauf zu verteilen.“

 

Schwangerschaft: Besonderes Zeitfenster

 

Im nachfolgenden Referat sprach die Psychologin und Autorin Bettina Alberti über die Bedeutung des Kontinuums guter prä- und postnataler Bindungserfahrungen. Sie plädierte in ihrem Vortrag dafür, der Schwangerschaftszeit besondere Aufmerksamkeit zu widmen. „Die pränatale Lebenszeit kann für das werdende Kind eine Zeit der Sicherheit und der Annahme sein – Willkommen sein als erste seelische Heimat. Oder sie ist eine Zeit der Ambivalenz, der Dominanz von Stressfaktoren und Ablehnung.“ Pränatale Psychologie sei eine Disziplin, die neben der Therapie auch die Prävention im Blick habe. Wie vielfältig vorgeburtliche Einflüsse für die Entwicklung jedes Menschen sein können, legte sie beeindruckend dar.

 

aktion leben: Tätigkeitsfeld enorm erweitert

 

Dr. Gertraude Steindl, Präsidentin der aktion leben, erinnerte in ihrer Festrede an das große Ziel der aktion leben seit ihrem Bestehen: „ Das menschliche Leben zu achten, zu schützen von seinem Anfang bis zu seinem Ende. Dabei legt die aktion leben den Schwerpunkt auf den Lebensanfang, und hierbei auf den Schutz des ungeborenen Kindes und seiner Mutter.“

 

Treu geblieben sei die aktion leben auch den drei Eckpfeilern ihrer Arbeit: Diese sind die konkrete Hilfe für schwangere Frauen, die Bildungsarbeit und die Öffentlichkeitsarbeit. Darüber hinaus habe sich das Tätigkeitsfeld von aktion leben, nicht zuletzt durch den enormen Wissenszuwachs über die vorgeburtliche Zeit und medizinische Entwicklungen, enorm erweitert.

 

Angebote auf der Basis von Wissen

 

Gertraude Steindl: „Die Angebote der aktion leben in der Schwangerenberatung und unsere Bildungsarbeit sind von dem Wissen über die Bedeutung der ersten Lebenszeit geprägt. Es ist bedeutsam, wie Menschen gezeugt werden, wie sie ihre erste, vorgeburtliche Lebenszeit erleben und wie sie geboren werden. Das erklärt unseren besonderen Zugang zu Themen wie Pränataldiagnostik oder Fortpflanzungsmedizin und unser großes Bestreben, Mütter in der Schwangerschaft zu entlasten, damit sie das Gefühl von Verbundenheit, Sicherheit und Zuversicht ihren Kindern weitergeben können.“

 

Dank an die Spenderinnen und Spender

 

aktion leben hat das Wissen um die Bedeutung der Schwangerschaft als besonderes Chancenfenster für Mütter und Kinder erkannt und ein sehr individuelles, weitreichendes Angebot für Schwangere entwickelt. Dass es möglich ist, so viel zu tun, ist den Spenderinnen und Spendern von aktion leben geschuldet: „Dass wir diese Arbeit seit nunmehr mehr als sechs Jahrzehnten leisten können, dazu befähigen uns unsere Spenderinnen und Spender. Sie haben uns noch nie mit leeren Händen dastehen lassen. Ihnen gilt unser aller tief empfundener Dank.“

 

Podiumsdiskussion

 

In der anschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Vertreterinnen von aktion leben über gesellschaftspolitische Forderungen, die sich aus den Inhalten der Referate ergaben.

 

Prim. Dr. Klaus Vavrik, Präsident der Liga für Kinder- und Jugendgesundheit: „Kinder sollen sich willkommen fühlen als eigenständige Wesen. Sie brauchen Zuwendung, Zeit, Zärtlichkeit und eine Gesellschaft, die Familien dies möglich macht und Familien dabei hilft, wenn sie es nicht allein schaffen.“

 

Dr. Ingrid Nemec: Sektionsleiterin im BM für Familie und Jugend, sprach sich für eine Entzerrung in der Rush Hour des Lebens aus: „Wir feiern nicht nur 60 Jahre aktion leben, sondern auch 25 Jahre Familienberatungsstellen. Ich wünsche mir, dass es bald Rahmenbedingungen gibt, dass alle Familien ihre Kinderünsche erfüllen können und es nicht bei 1,41 Kindern pro Familie bleibt.“

 

Bettina Alberti, Psychologin und Buchautorin: „Wichtig ist, dass Kind, Vater und Mutter erleben können, dass ihre seelischen Bedürfnisse wertgeschätzt werden. Kinder brauchen außerdem erwachsene Eltern, die Widerstand leisten gegen seelenentwertende Zustände.“

 

Mag. Martina Kronthaler, Generalsekretärin von aktion leben: „wir müssen Mütter und Väter entstressen und Elternschaft als eine grundsätzlich positive Aufgabe betrachten und weitergeben. Daraus entsteht Freude an Bindung und Beziehung - das Beste, was wir Kindern für ihre physische und psychische Gesundheit geben können.“

 

Mag. Christine Loidl, Beraterin von aktion leben: „Ich wünsche mir leistbare Wohnungen, Arbeitsplätze, die auch für schwangere Frauen möglich sind und Begegnungen mit schwangeren Frauen und werdenden Eltern, die wertschätzend und liebevoll sind.“

DANKE

 
 

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