Pressemeldungen 2015

Klarheit über Abtreibung statt weitere Bagatellisierung

Im Juridicum wurde gestern im Rahmen des Rechtspanoramas die Herausnahme des Schwangerschaftsabbruchs / der Abreibung aus dem Strafgesetzbuchs diskutiert. aktion leben-Generalsekretärin Mag. Martina Kronthaler: Dies käme einer völligen Bagatellisierung dieser Notmaßnahme gleich. Ob ein Kind geboren wird oder nicht, ist nicht wertneutral. Die derzeitige Gesetzeslage bringt dies zum Ausdruck, in der der Schwangerschaftsabbruch / die Abtreibung grundsätzlich verboten, aber weitgehend straffrei gestellt ist.

 

Mag. Martina Kronthaler, Generalsekretärin der aktion leben österreich, verweist auf die im Vergleich zu den meisten Ländern Europas sehr liberale gesetzliche Regelung:

In Österreich könne jede Frau innerhalb der Drei-Monats-Frist ohne Angabe von Gründen eine Abtreibung durchführen lassen. „Es gibt weder eine Bedenkfrist noch eine verpflichtende psychosoziale Beratung.“

 

Fragwürdige Prioritäten in Österreich

 

Kronthaler erklärt: „Wir sehen in der Fristenregelung einen Kompromiss zwischen der Entscheidungsfreiheit von Frauen und der Tatsache, dass es immer um das Leben eines Kindes geht.“ Es sei erstaunlich, welche Prioritäten in Österreich gesetzt würden: „Während andere Länder alles daran setzen, dass es möglichst wenige Abtreibungen gibt, wird hierzulande vorrangig über das Gesetz diskutiert. Nur wenige Politikerinnen und Politiker interessieren sich für eine seriös erhobene Zahl der jährlichen Schwangerschaftsabbrüche / Abtreibungen geschweige denn über sozialwissenschaftliche Hintergründe. Es mangelt nicht an Möglichkeiten zur Abtreibung, es mangelt an Hilfestellungen für ein Leben mit Kind und das Interesse für die Konfliktlagen, in die Frauen durch ungeplante Schwangerschaften geraten.“

 

Anders fragen bringt uns weiter

 

Die aktion leben-Genersalsekretärin plädiert dafür, anders zu fragen: „Was können wir tun, damit es zu weniger ungewollten Schwangerschaften und damit weniger Abtreibungen kommt? Wie schaffen wir es, dass mehr Frauen sich über ihre Schwangerschaft freuen können? Wie bringen wir die Väter in ihre Verantwortung? Das sind die Herausforderungen. Kampfgeschrei ist hingegen wenig hilfreich.“

 

Die Bereitschaft, sich sachlich und unaufgeregt mit dem Thema Abtreibung zu beschäftigen, wäre eine echte Hilfe für Frauen in Konfliktlagen. aktion leben erinnert in diesem Zusammenhang an ihre Parlamentarische Bürgerinitiative „Fakten helfen!“. Eine anonymisierte Statistik und regelmäßige Motivenerforschung, wie es in vielen anderen Ländern selbstverständlich ist, wäre die dafür nötige Basis. „Genau diejenigen, die jetzt für eine weitere Liberalisierung sind, sind allerdings gegen eine Verbesserung der Datenlage. Das ist inakzeptabel.“

 

Zusammenfassend hält aktion leben fest:

  • Die Herausnahme aus dem Strafgesetz wäre keine Verbesserung für Frauen, die sich im Rahmen der Fristenregelung auch jetzt schon für oder gegen einen Schwangerschaftsabbruch / eine Abtreibung entscheiden können.
  • Ein Schwangerschaftsabbruch / eine Abtreibung ist in der Regel keine Heilbehandlung. Daher schützt die Fristenregelung die Gewissensfreiheit von Ärztinnen und Ärzten sowie Krankenpflege-Personal. Sie dürfen wegen der Weigerung, an einer Abtreibung mitzuwirken, nicht benachteiligt werden.
  • Die Herausnahme aus dem Strafgesetz würde eine vorbehaltlose Freigabe von Spätabbrüchen mit sich bringen, die ab der 16. Schwangerschaftswoche mit einer eingeleiteten Geburt einhergehen. Immer wieder kommt es zur Tötung lebensfähiger Kinder.
  • Kein Land in Europa kommt ohne rechtliche Regelung aus. Mit einer Herausnahme von Abtreibung aus dem Strafgesetz wäre ein Abtreibungs-Tourismus nach Österreich zu erwarten, was v.a. für die Anbieter ein gutes Geschäft wäre.
  • Die Fristenregelung nimmt Druck von Frauen, die von ihrem Partner oder ihrer Familie gezwungen werden, eine Abtreibung vorzunehmen. Ohne strafrechtliche Verankerung hätten sie keinen Schutz, sich einem Schwangerschaftsabbruch zu widersetzen.
  • Eine Herausnahme des Schwangerschaftsabbruchs aus dem Strafrecht würde dem eigentlichen Konflikt nicht gerecht: Es geht dabei immerhin um das fundamentalste aller Rechte, um das Recht auf Leben. Die Fristenregelung berücksichtigt dieses ebenso wie die notwendige Entscheidungsfreiheit von Frauen.
  • Die Bagatellisierung von Schwangerschaftsabbrüchen / Abtreibungen ist das falsche Signal. Durch vielerlei Hilfestellungen gilt es zu signalisieren, dass alle Kinder willkommen sind.

Die Bürgerinitiative „Fakten helfen!“ kann online via www.fakten-helfen.at unterstützt werden.

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