Pressemeldungen 2014

aktion leben zu 40 Jahre Fristenregelung: Das Maß ist voll – 40 Jahre Nichtstun sind zu viel!

Anlässlich 40 Jahre Fristenregelung am 1. Jänner 2015 fordert aktion leben die Politiker und Politikerinnen auf, den Tatsachen endlich ins Auge zu schauen: „Es ist untragbar, dass wir in Österreich noch immer nicht wissen, wie viele Schwangerschaftsabbrüche es jährlich gibt, wie sich die Zahl der Abbrüche entwickelt hat und aus welchen Gründen sich Frauen für oder gegen ihre Kinder entscheiden“, sagt Dr. Gertraude Steindl, Präsidentin der aktion leben österreich.

 

Als die SPÖ die Fristenregelung beschloss, erklärten viele Parteimitglieder – allen voran der damalige Bundeskanzler Bruno Kreisky – es ginge ihnen vor allem darum, die „erschreckend hohe Zahl der Abtreibungen“ zu senken. „Bis heute sind das leere Worte, denn es ist vor allem die SPÖ, die die Einführung einer anonymen Abbruch-Statistik und Motivenerhebung seit Jahrzehnten blockiert“, erinnert Steindl.

 

Zu wenig Engagement der Parteien

Doch auch die anderen Parteien zeigten zu wenig Engagement, um endlich Zahlen zum Schwangerschaftsabbruch zu erhalten. „Österreich ist neben Luxemburg das einzige Land in Europa, das über keine Zahlen zum Schwangerschaftsabbruch verfügt“, stellt die aktion leben-Präsidentin klar.

 

Leidtragende dieses Desinteresses seien neben den Kindern die Frauen: „Sie bleiben mit ihren Problemen allein. Wir wissen, dass viele Abbrüche nicht stattfinden würden, hätte es ausreichend Aufklärung – also Prävention – sowie konkrete Unterstützung im Fall einer ungeplanten Schwangerschaft gegeben.“

 

Freude verstärken, Belastungen abschaffen

Vor allem brauche es vermehrte Anstrengungen, ein Klima zu schaffen, in dem Kinder prinzipiell willkommen sind und Paare mit Zuversicht ihre Kinder bekommen können. „Reden wir über die Freude, die Kinder in unsere Welt bringen und schaffen wir hausgemachte Belastungen der Eltern ab!“ appelliert Steindl an die politisch Verantwortlichen in Österreich.

 

Flankierende Maßnahmen nach wie vor aktuell

Um Schwangerschaftsabbrüche zu vermeiden, wurden zeitgleich mit der Fristenregelung – im Gegensatz zu dieser einstimmig – die sogenannten flankierenden Maßnahmen angenommen: Ihr Ziel war, so Bruno Kreisky „den ganzen Paragrafen obsolet zu machen (...), um die Frau zu veranlassen, dass sie dann, wenn sie empfangen hat, das Kind behält“.

 

Diese sollten u.a. Ausbau, Propagierung und Förderung von Familienberatungsstellen, Aufklärung über Empfängnisverhütung durch Sexualerziehung in den Schulen, Neubau und Ausbau von Kindergärten oder moderne Sozialhilfegesetze insbesondere zur Unterstützung werdender Mütter umfassen.

 

NGOs müssen Aufgaben des Staates erfüllen

An der Unterstützung werdender Mütter etwa mangle es bis heute: „Während es in Deutschland einen mit 92 Millionen Euro staatlich dotierten Hilfsfonds für Schwangere in Not gibt, bleibt diese Hilfe Spendenvereinen wie aktion leben überlassen“, kritisiert Steindl. Ebenso gebe es zu wenige Beratungsstellen mit Schwerpunkt Schwangerschaftskonflikt und ausreichende, kontinuierliche Information darüber.

 

Weniger Abbrüche: Jede Anstrengung wert

„Keine Frau wünscht sich einen Abbruch. Es ist daher jede Anstrengung wert, einer Frau und einem ungeborenen Kind einen Abbruch zu ersparen“, betont die aktion leben-Präsidentin. Deshalb sei ein beständiges Aktualisieren flankierender Maßnahmen nötig: „Nur, wie soll das gehen, wenn wir über keine seriöse Grundlage verfügen, anhand derer geprüft werden kann, was Frauen und Männer brauchen, um sich Elternschaft zuzutrauen?“ Und: „Es fehlt das klare Bekenntnis der Politikerinnen und Politiker, die Zahl von Abbrüchen möglichst gering zu halten“, stellt die Präsidentin der aktion leben fest. „Wir werden jedoch niemals aufhören, dieses Bekenntnis einzumahnen.“

 

Parlamentarische Bürgerinitiative „Fakten helfen!“

Um sachlich und auf der Basis von Fakten über das Thema reden zu können, initiierte aktion leben die Parlamentarische Bürgerinitiative „Fakten helfen!“. Mit „Fakten helfen!“ sammelt aktion leben bis 30. März 2015 Unterschriften für

  • die bundesweite anonymisierte Statistik über Schwangerschaftsabbrüche und deren jährliche Veröffentlichung sowie
  • die regelmäßige wissenschaftliche und anonyme Erforschung der Gründe für Schwangerschaftsabbrüche als Basis für Prävention und bedarfsgerechte Hilfen.

Alle Informationen unter www.fakten-helfen.at.

 

 

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