Pressemeldungen 2013

aktion leben: Kinder mit Down-Syndrom brauchen eine Chance


90 Prozent der Kinder mit Down-Syndrom kommen nicht zur Welt, bestätigte einmal mehr Peter Husslein,  Leiter der Wiener Uni-Frauenklinik. aktion leben fordert angesichts dieser bestürzenden Entwicklung verstärkte Informationen über psychosoziale Beratung bei auffälligen Befunden sowie über das Down-Syndrom selbst.

 

Zudem teilt der unabhängige Verein die Ansicht von Behindertenanwalt Erwin Buchinger, dass die eugenische Indikation eine offensichtliche Diskriminierung behinderten Lebens ist.


„Der mittlerweile flächendeckende Einsatz von  Pränataldiagnostik (PND) geht einher mit der kontinuierlichen vorgeburtlichen Selektion von Kindern mit Down-Syndrom“, beobachtet Mag. Martina Kronthaler, Generalsekretärin der aktion leben österreich.  Der eigentliche und wichtige Zweck der vorgeburtlichen Untersuchungen – die Sorge um die Gesundheit ungeborener Kinder – werde dadurch ins Gegenteil verkehrt.
 

Statistik über Abbrüche nach eugenischer Indikation fehlt

Dazu passe, dass in Österreich die eugenische Indikation kaum öffentlich diskutiert werde. Dabei geht es um die Möglichkeit, Kinder mit Behinderungen bis zum Einsetzen der Wehen straflos zu töten. „Nicht einmal eine Statistik gibt es, wie viele Schwangerschaften im Rahmen der eugenischen Indikation beendet werden und welche Behinderungen dazu führen“, beanstandet Martina Kronthaler.
 

Soziale Benachteiligungen abschaffen

„Kinder mit Down-Syndrom leben ebenso gerne wie andere Kinder. Das Leben mit ihnen ist anders, aber keinesfalls weniger  lebenswert“, so die Erfahrung der meisten betroffenen Mütter und Väter.  Viele von ihnen sowie ihre Eltern würden allerdings sozial benachteiligt. „ Anstatt die sozialen Probleme  zu lösen, wird der Medizin zugemutet, lebensfähige ungeborene Kinder zu beseitigen“, kritisiert Kronthaler.
Schwierig sei für Eltern etwa nach wie vor, geeignete inklusive Betreuungs- und Schulplätze zu finden. „Es braucht einen Anspruch auf  Betreuungsplätze.“ Besonders schwierig stelle sich die Suche nach Arbeitsplätzen dar, weiß Kronthaler.  „Wir erwarten von der Politik rasch konkrete Schritte zur Inklusion, damit Kinder und Eltern mit Down-Syndrom gute Lebenschancen vorfinden.“
 

Verstärkt über psychosoziale Beratung informieren

Bedauerlich sei weiters, dass die Möglichkeit der psychosozialen Beratung nach einem positiven pränataldiagnostischen Befund kaum beworben werde. Viele Paare wissen nicht, dass es auf Pränataldiagnostik spezialisierte Einrichtungen gibt, zu denen auch aktion leben gehöre. In Deutschland etwa sind diagnostizierende ÄrztInnen seit Anfang 2010 verpflichtet, auf psychosoziale Beratung hinzuweisen.  Eine solche Regelung wünscht die aktion leben auch für Österreich.
 

Entscheidungen über Leben und Tod brauchen Zeit

„Psychosoziale Beratung bietet einen Raum für andere als medizinische Fragen, die aber ebenso wichtig sind.“ Eltern, die erfahren , dass ihr Kind Down-Syndrom oder eine Behinderung hat, stehen zumeist unter Schock. Diesen aufzufangen und sodann Informationen und Vernetzungen anzubieten, sei dabei eine wichtige Aufgabe. Vor allem brauchen diese Eltern Zeit:  „Eine Entscheidung über Leben oder Tod eines Kindes kann nicht unter Zeitdruck getroffen werden.“
 

Neugeborenen-Box für Eltern

„Eltern wiederum, die ein Kind mit Down-Syndrom zur Welt bringen, sehen sich oft mit großer Hilflosigkeit ihrer Umgebung konfrontiert“, berichtet Kronthaler. Kaum jemand wage eine Gratulation zur Geburt. aktion leben oberösterreich hat daher eine „Neugeborenen-Box“ mit vielen Informationen über Beratung, Medizin, Therapie und Förderung vorfinanziert. Erstellt wurde sie von Eltern mit Down-Syndrom-Kindern.
„Es geht um eine realistische Vermittlung des Lebens mit Down-Syndrom, das bei Weitem positiver ist als in dem Köpfen vieler Menschen verankert.“
Die Box im Wert von 70,00 Euro erhalten Eltern bei der Geburt eines Kindes mit Down-Syndrom gratis in oberösterreichischen Landes-Krankenhäusern und Ordensspitälern.
Bestellungen unter: aktion.leben@dioezese-linz.at.

 

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aktion leben österreich ist ein überkonfessioneller, überparteilicher karitativer Verein, der sich vorwiegend aus privaten Spenden finanziert. Neben der Beratung und Unterstützung von schwangeren Frauen engagiert sich aktion leben auch in der Bildungsarbeit für Kinder und Jugendliche sowie in der aktiven Öffentlichkeitsarbeit zu bioethischen Fragen. Darüber hinaus setzt sich aktion leben für eine kinder- und elternfreundliche Gesellschaft ein.
In den Bundesländern gibt es selbstständige aktion leben-Vereine, die mit aktion leben österreich inhaltlich und organisatorisch eng zusammenarbeiten.
Spendenkonto: IBAN: AT91 3479 5000 0453 6777, BIC: RZOOAT2L795

 

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