Pressemeldungen 2013

Neue Qualität in der Begleitung schwangerer Frauen


Die Teilnehmerinnen der österreichweit ersten Weiterbildung in vorgeburtlicher Beziehungsförderung erhielten am 9. Juni ihr Zertifikat. Initiiert und organisiert wurde diese spezielle Form der Begleitung schwangerer Frauen von aktion leben österreich. 

 

Das Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend förderte die Weiterbildung für BeraterInnen anerkannter Familienberatungsstellen. „Auf diese Weise hat das Familienministerium unterstützt, eine neue Qualität in die professionelle Begleitung schwangerer Frauen zu bringen“, betont Dr. Gertraude Steindl, Präsidentin der aktion leben österreich. Dr. Ludwig Janus, einer der beiden Leiter der Weiterbildung, bezeichnete die vorgeburtliche Beziehungsförderung als „Kulturarbeit“. Durch sie werde klar, in welchen Bereichen Schwangere und junge Eltern zu wenig versorgt und betreut würden – dies sei nicht selten im emotionalen Bereich der Fall.
 

Nimmt Stress und hilft, sich zu fokussieren

Durch Pränataldiagnostik, beruflichen Einsatz oder existenzielle Sorgen sind schwangere Frauen oft sehr belastet. „Die vorgeburtliche Beziehungsförderung schärft den Blick auf individuelle Stressfaktoren und Ressourcen“, sagt DSA Christine Dvorak, Schwangerenberaterin der aktion leben österreich und Teilnehmerin der Weiterbildung. Das helfe Frauen, mit Stress konstruktiv umzugehen. Dvorak weiter: „Dadurch entsteht Raum für den Kontakt zum Kind.“
 

Feinfühlig auf das Kind eingehen

Die vorgeburtliche Beziehungsförderung (in Deutschland „Bindungsanalyse“) hilft der Mutter beziehungsweise den Eltern, den emotionalen Kontakt mit ihrem Kind zu intensivieren oder auch erst aufzubauen. So kann schon vor der Geburt die Beziehung zwischen Mutter/Vater und Kind vertieft werden. Entwickelt haben die Methode die ungarischen Psychoanalytiker Dr. György Hidas und Dr. Jenö Raffai.

Prinzipiell stärkt die Methode besonders die Feinfühligkeit der Eltern in der Kommunikation mit ihrem Kind. Sie lernen, die Bedürfnisse des Kindes wahrzunehmen und von ihren eigenen Empfindungen zu unterscheiden. Somit wird der Grundstein für eine gelingende Bindung bereits während der Schwangerschaft gelegt.
 

Leichtere Geburten, kaum postpartale Depressionen

In Ungarn und Deutschland wurden bereits über 3.000 Frauen mit dieser Methode mit vielen positiven Auswirkungen begleitet: leichterer Geburtsverlauf, niedrigere Kaiserschnittraten als bei Frauen ohne Beziehungsförderung, kaum frühgeborene Kinder, selten postpartale Depressionen. Die Babys wiederum sind besonders ausgeglichen und nehmen rasch und selbstbewusst Kontakt mit ihrer Umwelt auf. Die Verständigung mit dem Baby nach der Geburt gelingt klar und intuitiv. Das hat viele positive Folgen für die physische und psychische Gesundheit des Kindes und somit präventiven Charakter.
 

Entlastung in schwierigen Situationen

Besonders hilfreich ist diese Form der Begleitung nach schwierigen Erfahrungen in vorausgegangenen Schwangerschaften, z. B. einer schweren Geburt, dem Verlust eines Kindes, Frühgeburt oder Kaiserschnittentbindung. Bei aktuell stressiger Lebenssituation, nach assistierter Fortpflanzung, bei Komplikationen in der Schwangerschaft und vor allem bei Geburtsängsten kann die Beziehungsförderung ebenfalls sehr entlastend wirken.
 

„Bindungsanalytikerinnen“ in ganz Österreich

21 Personen – Ärztinnen, Psychologinnen, Psychotherapeutinnen, Psychoanalytikerinnen, Sozialarbeiterinnen, Lebens- und Sozialberaterinnen, Hebammen und Babytherapeutinnen, Eltern-, Säuglings-/Kleinkindberaterinnen, Osteopathinnen und Physiotherapeutinnen – nahmen an der Weiterbildung teil. Darunter sind alle Schwangerenberaterinnen der aktion leben österreich. Voraussetzung für die Zulassung zur Ausbildung waren mehrjährige Erfahrungen im Bereich der Schwangerenberatung und -betreuung. Die Ausbildung begann im Oktober 2011 und endete im Juni 2013.

Weitere Informationen: www.bindungsanalyse.at

 

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