Samstag 23. September 2017
Untersuchung beim Facharzt (© shutterstock)
Präimplantationsdiagnostik (PID)

Eine Diagnose ohne Therapie

 

Präimplantationsdiagnostik (PID) heißt die genetische Untersuchung des Embryos nach einer künstlichen Befruchtung sowie vor seiner Einbringung in die Gebärmutter der Frau. Ziel der PID ist es, Embryonen mit einem unerwünschten genetischen Merkmal auszusortieren und nur mit bestimmten Embryonen eine Schwangerschaft herbeizuführen. Für die PID müssen Embryonen künstlich (in vitro) erzeugt werden, auch bei jenen Paaren, die auf normalem Weg Kinder bekommen können.

 

Einsatzmöglichkeiten der PID

  • Ausschluss schwerer genetischer Defekte oder Veranlagungen des Embroys bei Paaren mit bekanntem Risiko
  • Screening aller Embryonen, die mittels IVF gezeugt werden, auf bestimmte unerwünschte Auffälligkeiten wie z.B. Chromosomenveränderungen
  • Auswahl von Embryonen nach dem Geschlecht
  • Auswahl von "Retterkindern", die als Gewebespender für ein krankes Geschwisterkind passen

 

PID: Gefahr des Missbrauchs

 

Mittels PID kann nicht nur nach schweren Erbkrankheiten gesucht, sondern es können auch genetischen Dispositionen (Anlagen) oder das Geschlecht des Embryos erkannt werden. Ohne Zweifel besteht die Gefahr des eugenischen Missbrauchs.

 

Medizinisch riskant

 

Die gesundheitlichen Risken für Mutter und Kind sind bei der künstlichen Befruchtung im Vergleich zu einer natürlich entstandenen Schwangerschaft erhöht. Nur 15 Prozent der IVF-Behandlungen führen zur Geburt eines Kindes.

 

Kinder nicht verzwecken!

 

Wird mittels PID "Retterkind" ausgewählt, wird das Kind vom Subjekt zum Objekt. Es hat seine Daseinsberechtigung nicht als "Person" an sich. Schon vor der Zeugung werden medizinische Eingriffe beschlossen, die für dieses Kind selbst von keinerlei Nutzen und mit der Gefahr von Komplikationen verbunden sind.

 

Rechtliche Situation bei PID in Österreich

Mit dem Inkrafttreten der Novelle des Fortpflanzungsmedizingesetzes Anfang 2015 ist die PID in Österreich unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Diese sind:

  • Drei misslungene IVF/ICSI-Versuche nach erfolgter Implantation, wenn Grund zur Annahme besteht, dass diese auf die genetische Disposition des Embryos zurückzuführen sind.
  • Drei Tot- oder Fehlgeburten nach einer künstlichen Befruchtung, wenn diese mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine genetische Disposition der Embryonen zurückgeführt werden können.
  • Eine genetische Disposition zumindest eines Elternteils, der befürchten lässt, dass es zur Tot- oder Fehlgeburt oder zu einer Erbkrankheit des Kindes kommt. Unter Erbkrankheit wird hier definiert, dass das Kind nur durch den ständigen Einsatz moderner Medizintechnik oder den ständigen Einsatz anderer, seine Lebensführung stark beeinträchtigender medizinischer oder pflegerischer Hilfsmittel am Leben erhalten werden kann oder schwerste Hirnschädigungen aufweist oder auf Dauer an nicht wirksam behandelbaren schwersten Schmerzen leiden wird und darüber hinaus die Ursache dieser Krankheit nicht behandelt werden kann.
  • Die Geschlechterwahl ist dezidiert ausgeschlossen, sofern die befürchtete Erbkrankheit nicht mit dem Geschlecht des Kindes zusammenhängt.

 

 

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