Pressemeldungen 2022

Mutter-Kind-Pass ausbauen statt abbauen!

Vor zwölf Jahren startete ein Reformprozess des Mutter-Kind-Passes. Auch die psychosoziale Situation soll berücksichtigt werden. „Dass der Mutter-Kind-Pass nun insgesamt gefährdet scheint, ist ein Affront gegen schwangere Frauen und Kinder“, erklärt Mag. Martina Kronthaler, Generalsekretärin von aktion leben österreich. „Wir warnen vor einem folgenschweren Fehler und fordern eine Aufwertung!“

 

Jahrelang wurde die Reform des Mutter-Kind-Passes in einem aufwendigen Beratungsprozess vorbereitet. Nun droht mangels Finanzierung das Aus des bewährten Vorsorge-Instruments. „Der Mutter-Kind-Pass bietet allen schwangeren Frauen und ihren Kindern Zugang zu basaler Gesundheitsvorsorge. Die für die Frauen und Kinder kostenlosen Untersuchungen müssen daher erhalten und ausgebaut werden“, appelliert Mag. Martina Kronthaler, Generalsekretärin von aktion leben österreich, an die Verantwortlichen in der Politik und Ärzteschaft. Der Zugang zu medizinischen Leistungen während der Schwangerschaft, Geburt und in der Kleinkindphase darf keine Kostenfrage sein.

 

Psychosoziale Beratung den Profis überantworten

 

Mit dem reformierten Mutter-Kind-Pass sollten auch psychosoziale Risikofaktoren berücksichtigt werden. „Schwangere Frauen in einer Gewaltbeziehung, mit existenziellen Sorgen und großem Stress sind gesundheitlich ebenso gefährdet wie Frauen mit Bluthochdruck oder Diabetes“, berichtet die aktion leben-Generalsekretärin. „Der Mutter-Kind-Pass neu sollte durch Leitfragen zu psychosozialen Themen einen Anreiz geben, auf entsprechende Hilfsangebote aufmerksam zu machen. Psychosoziale Anamnese kostet Zeit und Wissen. „Für Ärztinnen und Ärzte ist es schwierig, das psychosoziale Angebot zu überblicken. Sie können aber ohne Aufwand auf das Angebot von kostenloser, spezialisierter Schwangerenberatung wie jenes von aktion leben hinweisen. Dazu muss im Mutter-Kind-Pass darüber informiert und das Leistungsspektrum dort erklärt werden“, ist Kronthaler von der Notwendigkeit des Mutter-Kind-Passes überzeugt.

 

Warnung vor folgenschwerem Fehler

 

„Wir wünschen uns sehr, dass schwangere Frauen in schwierigen Situationen die Hilfe finden, die sie benötigen und die vorhanden ist“, betont Martina Kronthaler. „aktion leben bekräftigt daher Forderung, den Mutter-Kind-Passes um Information über Schwangerenberatung zu ergänzen. Denn die psychische Gesundheit beeinflusst auch die physische Gesundheit. Vor allem in der sensiblen Zeit der Schwangerschaft können spezialisierte Einrichtungen wichtige Weichen für die Frauen und Kinder stellen“, betont Kronthaler. „Mit den Untersuchungen für den Mutter-Kind-Pass werden nahezu alle schwangeren Frauen in Österreich erreicht. Es wäre ein folgenschwerer Fehler über Generationen, ihn aufzugeben“, sagt Kronthaler. „Wir erwarten die Aufwertung des Mutter-Kind-Passes und fordern den Gesundheitsminister auf, die Mittel dafür bereit zu stellen“, fasst Kronthaler zusammen.

 

Hintergrund-Info

 

Vor 12 Jahren beauftragte das Sozialministerium das Ludwig-Boltzmann-Institut, Vorschläge zur Reformierung des Mutter-Kind-Passes auszuarbeiten. Die Empfehlungen der interdisziplinär besetzte Facharbeitsgruppe liegen seit 2018 vor. Durch mehrfache Regierungsumbildungen scheiterte das Vorhaben bislang, soll aber jetzt kurz vor der Umsetzung stehen. Die Finanzierung ist nicht gesichert.

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