Pressemeldungen 2020

Leihmutterschaft: Internationales Verbot dringend nötig!

Angesichts der Situation in der Ukraine fordert aktion leben ein internationales Verbot der Leihmutterschaft und ein klares nationales Verbot in Österreich. "Leihmutterschaft steht in krassem Gegensatz zu essenziellen Fortschritten im humanitären Bereich: Sie verletzt massiv Kinder- und Frauenrechte, wie sich auch jetzt wieder zeigt", hält Mag. Martina Kronthaler, Generalsekretärin aktion leben österreich fest.

 

In der Ukraine erschüttern Bilder von Baby-Sälen, in denen Dutzende Babys, einige von ihnen offenbar schon ein paar Wochen alt, ihren Start ins Leben Bett an Bett zubringen und auf Abholung warten. Wegen Corona, heißt es. Die Auftragseltern bekommen die nötigen Papiere nicht und/oder können zurzeit nicht einreisen. „Plan A – die prompte Übergabe an die Auftragseltern klappte nicht. Plan B müsste sein, die Kinder bei ihren Leihmüttern zu lassen. Die Leihmütter sind den Kindern vertraut und haben sie geboren. Dass die neugeborenen Babys nicht bei ihren Müttern gelassen werden, zeigt einmal mehr, dass das Kindeswohl bei Leihmutterschaft in dramatischer Weise kein relevanter Faktor ist und Bindung bei dieser Methode vorsätzlich unterbunden wird“, betont Kronthaler.


Trauriges Gesamtbild


Gleichzeitig ist die reduzierte vorgeburtliche Beziehung für das Baby selbst ein Drama: „Leihmütter sollen emotional möglichst keine Bindung aufbauen. Es ist schon vorgekommen, dass Leihmütter sich nicht von den Kindern trennen wollten und das soll um jeden Preis verhindert werden“, erläutert Kronthaler. „Kinder werden dadurch aber um die wichtige frühe, vorgeburtliche Erfahrung des Wahrgenommen-Werdens, des Austausches auf einer tieferen emotionalen Ebene gebracht. Das Recht des Kindes auf bestmögliche Gesundheit, die auch die psychische mit meint, wird bewusst verletzt“, kritisiert Kronthaler.


Frauen werden hohen Risiken ausgesetzt


Leihmutterschaft ist eine medizinisch und ethisch nicht verantwortbare Methode. Sie setzt Kinder und Mütter zahlreichen Risiken in der Schwangerschaft aus. Jede Leihmutterschaft ist eine Risikoschwangerschaft, da den Frauen im Rahmen einer In-vitro-Fertilisation fast immer fremde Eizellen eingesetzt werden. Das Risiko für Präklampsie steigt sehr dadurch. Zudem bedeutet jede In-vitro-Fertilisation an sich für Frauen eine hohe körperliche Belastung durch die Hormon-stimulationen. Wie es den Frauen und Kindern geht, wird aber nicht erfasst und wäre wohl massiv geschäftsschädigend.“


Ein riesiges Geschäft


„Was die Bilder aus der Ukraine auch vermitteln, ist die Dimension von Leihmutterschaft. Es ist ein riesiges Geschäft, das sehr professionell aufgezogen worden ist - in Ländern, in denen die Armut groß und die Schutzbestimmungen niedrig sind. Einige Länder haben zum Schutz der Frauen Verbote erlassen. In der Ukraine ist das noch nicht der Fall. Wir brauchen deshalb ein internationales Verbot. Wir müssen viel mehr informieren in den Zielmärkten wie Österreich, was hier wirklich passiert, und auch die heimischen Reproduktionsmediziner in die Pflicht nehmen, die auch zum eigenen finanziellen Vorteil mit den ausländischen Kliniken kooperieren.“


Der Verein appelliert an die Regierung, 30 Jahre nach Einführung der Kinderrechte diese auch im Bereich der Reproduktionsmedizin gelten zu lassen und Leihmutterschaft als das zu betrachten, was sie ist: Kinderhandel und oft auch verbunden mit sklavenähnlichen Verhältnissen für die Leihmütter.


Broschüre zu Leihmutterschaft


2017 publizierte aktion leben eine Broschüre zum Thema Leihmutterschaft. Auch durch die  Website www.leihmutterschaft.at macht aktion leben auf das Problem der Leihmutterschaft aufmerksam.  Die Broschüre „Leihmutterschaft. Frau und Kind als Ware“ kann um 3 Euro bei aktion leben bestellt werden.

 

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