Pressemeldungen 2020

aktion leben fordert vorzeitigen Mutterschutz für Schwangere während Corona

Aktuelle Fälle aus der Praxis der Schwangerenberatungsstelle der aktion leben zeigen: Schwangere Arbeitnehmerinnen sind durch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes enorm belastet. aktion leben fordert deshalb, bei Bedarf den Zugang zum vorzeitigen Mutterschutz zu erleichtern. Da die Situation der ArbeitgeberInnen ohnehin finanziell angespannt ist, sollen die Kosten dafür – wie derzeit viele andere auch – öffentlich getragen werden.

 

„Schwangere Frauen gelten zwar nicht als Risikogruppe für COVID-19. Doch die notwendigen Maßnahmen gegen das Virus in Kombination mit einer Schwangerschaft und einer Erwerbstätigkeit belasten die Frau und ihr Kind“, sagt Mag. Martina Kronthaler, Generalsekretärin der aktion leben österreich.

 

Individuelles Beschäftigungsverbot ausweiten
Kronthaler schlägt vor, solange das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes erforderlich ist, ArbeitnehmerInnen eine frühzeitige Freistellung über die üblichen acht Wochen hinaus zu ermöglichen. „Die Kosten müssen in dieser Ausnahmesituation von der Krankenversicherung übernommen werden. Arbeitgebende dürfen finanziell nicht zusätzlich belastet werden.“

Die aktion leben-Generalsekretärin weist darauf hin, dass mit dieser Maßnahme spätere und weitaus höhere Kosten vermieden werden können, denn „außergewöhnliche Belastungen während der Schwangerschaft wirken sich auf die psychische und physische Entwicklung des Kindes aus“. Offenbar blende die Politik diese Folgen bewusst aus.

 

Derzeitige Regelungen nicht ausreichend
Derzeit gilt, dass schwangere Frauen nur in Bereichen nicht arbeiten dürfen, in denen Schutzmasken FFP1, FFP2 oder FFP3 getragen werden müssen. In allen anderen Bereichen sollte darauf geachtet werden, dass die durchgehende Tragedauer eine Stunde nicht übersteigt und dann eine Pause gemacht wird. „Die Praxis zeigt, dass dies oft nicht möglich ist“, berichtet Kronthaler und verweist auf konkrete Beispiele.

 

Romana S.: „Ich habe Atemnot“
Nur drei Tage nach dem Öffnen der Gastronomiebetriebe haben sich Betroffene an aktion leben gewandt. Eine von ihnen ist Romana S. Die 24-Jährige ist in der 22. Woche schwanger und hat nach der Kurzarbeit wieder als Kellnerin in einem kleinen Lokal in Wien zu arbeiten begonnen. Da sie die einzige Angestellte ist, ist sie hoher körperlicher Belastung und Stress ausgesetzt. Eine stündliche Pause ist nicht möglich, genauso wenig wie eine Ersatztätigkeit. Durch das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes leidet Frau S. an Atemnot. Dies bedeutet für Frau S. eine höhere Kreislaufbelastung und eine geringere Sauerstoffversorgung. Damit ist auch ihr Kind schlechter versorgt.

 

Druck für schwangere Frauen rausnehmen
aktion leben appelliert an die Verantwortlichen, auf das Wohl schwangerer Frauen und ihrer Kinder zu achten. „Es ist zu damit zu rechnen, dass noch länger ein Mund-Nasen-Schutz verwendet werden muss. Deshalb sollten für schwangere Frauen in ohnehin belasteten Berufen die Voraussetzungen für die Gewährung eines vorzeitigen Mutterschutzes in dieser Zeit gelockert werden“, erklärt Kronthaler abschließend.

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