Weihnachten: Wie manche schwangere Frauen das Fest der Geburt erleben
Eine ungeplante Schwangerschaft kann die Festtage enorm belasten - aktion leben unterstützt schwangere Frauen in schwierigen Situationen und fordert zu Weihnachten 2011 erneut die Einrichtung eines Hilfsfonds für Schwangere in Notlagen.
„Dein Kind zerstört mein Leben“, wirft Andreas R. (34) seiner Freundin Marina S. (27) vor. Und fordert von ihr den Schwangerschaftsabbruch. Marina hat erst wenige Tage vor Weihnachten erfahren, dass sie von Andreas schwanger ist. Sie begann sich zu freuen. Doch dann erzählte sie Andreas, dass er Vater wird. Der reagierte zunächst gar nicht. Traf sich mit einer Ex-Freundin. Und als er zurück kam, war für ihn klar: Das Kind darf nicht geboren werden.
Der Entscheidungs-Druck belastet das Weihnachtsfest
Unter dem enormen Druck, sich zwischen Andreas und ihrem Baby entscheiden zu müssen, geht Marina in die Festtage. Weihnachtsstimmung wird heuer keine aufkommen. Essiggurkerl und Schokolade sind Marina beim Warten auf die U-Bahn aufgefallen: Das Plakat ermutigt sie, sich Hilfe zu holen. Bei aktion leben findet sie eine Beraterin, die ihr zuhört. Auch diese kann ihr die Entscheidung nicht abnehmen. Aber das Gefühl, ganz allein zu sein, niemanden zu haben, der Verständnis zeigt für die Belastung, das nimmt die Beraterin Marina ab. „Dass mir jemand zuhört, ist schon viel wert“, sagt Marina. „Aber es gibt noch tausende Fragen, die ich in der Beratung stellen kann: Welches Recht habe ich? Was ist, wenn Andreas mich sitzen lässt? Mit welcher Unterstützung kann ich rechnen?“
Schwangere unter Druck brauchen Hilfe
Leider gibt es in Österreich viele schwangere Frauen wie Marina, die mit ihren Gefühlen, Sorgen und Freuden über Weihnachten alleine sind. Sie brauchen ein offenes Ohr, Beratung mit Sachkompetenz (zum Beispiel in Rechtsfragen) und manchmal auch spontane finanzielle Unterstützung.
2.000 Frauen kommen jährlich in der frühen Schwangerschaft in die Beratungsstellen der aktion leben in Österreich. Johanna Jagoditsch, Beraterin in der Wiener Dorotheergasse, erzählt, dass die Frauen vor Weihnachten besonders dankbar sind. Eine Mutter, die mit dem vierten Kind schwanger ist und gerade von ihrem Mann verlassen wurde, ist so dankbar für die Beratung, dass sie gar nicht gehen möchte, ohne ein Dankeschön dazulassen. „Die Frau hat 10 Euro pro Tag zum Essen für sich und ihre Kinder zur Verfügung. Es ist wichtig, dass jene spenden, die es gerade ein wenig leichter haben“, meint die erfahrene Schwangerenberaterin.
aktion leben fordert zu Weihnachten 2011 erneut die Einrichtung eines Hilfsfonds für Schwangere in Not nach dem Vorbild in Deutschland. Spenden seien sowohl für die finanzielle Unterstützung der Frauen nötig als auch für das Führen der Beratungsstelle.
Um die Beratung und Unterstützung für schwangere Frauen leisten zu können, bittet aktion leben derzeit dringend um Spenden auf das Konto 7.331.600, BLZ 60.000 (BAWAG-P.S.K).