Mittwoch 19. Dezember 2018
Untersuchung beim Facharzt (© shutterstock)
Pränataldiagnostik

PND braucht achtsamen Umgang

 

97 Prozent aller Kinder kommen gesund bzw. nicht behindert zur Welt. Trotzdem ist es normal geworden, dass vorgeburtliche Untersuchungen angeboten und in Anspruch genommen werden. Vorteil ist ein optimales Geburtsmanagement. In wenigen Fällen kann bereits vorgeburtlich eine Therapie angeboten werden. Meist liefert Pränataldiagnostik (PND) aber nur eine Information, mit der die Eltern umgehen müssen.

 

Ergebnis von PND ist nicht immer eindeutig

 

Pränataldiagnostik (PND) liefert nicht immer eindeutige Ergebnisse, sondern zum Teil Risikoberechnungen, zum Teil auch unklare Befunde. Wird das Risiko berechnet, fallen viele Frauen in die Risikogruppe, die gar nicht betroffen sind. Auch sind falsch positive und falsch negative Befunde möglich. Die individuelle Ausprägung einzelner Auffälligkeiten kann nicht abgeschätzt werden.

 

PND stellt Eltern vor eine Entscheidung

 

Pränataldiagnostik (PND) stellt Frauen und Paare bei einem auffälligen Befund vor eine Entscheidung: Die Geburt eines behinderten Kindes wird vom schicksalshaften Ereignis zur bewussten Entscheidung.

 

PND wirkt sich auf Schwangerschaftserleben aus

 

Pränataldiagnostik (PND) beeinflusst das Schwangerschaftserleben. Viele Frauen warten auf das Testergebnis, bevor sie sich auf das Kind einstellen und sich darauf freuen können.


PND beeinflusst das Klima in der Gesellschaft

 

Pränataldiagnostik (PND) beeinflusst auch das gesellschaftliche Klima: Gesunde, nicht-behinderte Kinder erscheinen machbar, während kranke oder behinderte Kinder als vermeidbar gesehen werden. Zwischen den individuellen Entscheidungen von Eltern gegen ein krankes oder behindertes Kind und Vorstellungen in der Gesellschaft, ob ein Leben als "lebenswert" oder "lebensunwert" betrachtet wird, besteht ein enger Zusammenhang. Nicht selten kommen Entscheidungen unter direktem Druck des Umfelds zustande.

 

Notwendig ist daher

  • eine flächendeckende und kostenlose Beratung vor, während und nach der Pränataldiagnostik (PND) bei Schwangerenberatungsstellen und in den Landeskrankenhäusern.
  • ein verpflichtender Hinweis auf die Möglichkeit einer externen, psychosozialen Beratung und Begleitung durch die behandelnden Ärztinnen und Ärzte.

 

Was Eltern, die PND in Anspruch nehmen, brauchen

  • Nachdenken ohne Entscheidungsdruck muss, soweit das überhaupt möglich ist, gewährleistet sein.
  • Verknüpfung mit Selbsthilfegruppen, Frühförderungen, -ambulatorien und Behinderteneinrichtungen sind nötig.
  • Bedürfnisse der Paare/Frauen sollen in einer Studie erhoben werden.

 

Sie haben Fragen zur PND? Kontaktieren Sie eine unserer Beraterinnen!

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