aktion leben österreich

aktion leben fordert Chancengleichheit für alle Kinder


Wien, 30.04.2010 – Um das „Programm zur Förderung einer sicheren Bindung zwischen Eltern und Kind“ (SAFE®) einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen, lud aktion leben am 24. April 2010 zu einem Vortrag von Dr. Klaus Vavrik, Präsident der Österreichischen Liga für Kinder- und Jugendgesundheit in Wien. „Eine frühe Bindung zu ihren Eltern ermöglicht Kindern einen sicheren Start ins Leben. Wir begrüßen und unterstützen daher SAFE® und möchten dazu beitragen, es in Österreich zu etablieren“, sagt Mag. Martina Kronthaler, Generalsekretärin der aktion leben österreich.
 

Frühe Bindung hat Auswirkungen auf das ganze Leben

Klaus Vavrik, Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde, zeigte anhand zahlreicher Beispiele auf, dass nur ein Kind, das sich sicher gebunden fühlt, die Welt effektiv und handelnd erfahren kann. Diese erlebte Sicherheit wirkt sich später auf das Verhalten in einer Gemeinschaft aus oder wie Belastungen bewältigt werden. Schlechtere Gedächtnis- und Lernleistungen oder Beziehungsprobleme haben andererseits oft ihre Ursache in einer unsicheren Bindung zwischen Kind und Hauptbezugsperson.
„Ich finde es erschütternd, dass eine schlechte Bindungserfahrung das gesamte weitere Leben prägt“, bemerkte Vavrik. „Nur werden in späteren Jahren Probleme nicht mehr in diesem Zusammenhang gesehen. Niemand fragt beispielsweise bei einer 13-Jährigen, die von zuhause ausziehen möchte, nach der Bindung schon ab der Geburt.“
 

Ziele von SAFE®

Kinder werden mit einem angeborenen Bedürfnis nach Bindung geboren. Durch die Teilnahme an SAFE® sollen Eltern lernen, die emotionalen Bedürfnisse ihrer Kinder richtig zu interpretieren sowie angemessen und prompt zu reagieren.
Die Erwachsenen beschäftigen sich aber auch mit ihren eigenen Erfahrungen und Fragen wie „Wie war meine Kindheit?“ oder „Was für eine Mutter/was für ein Vater will ich sein?“. Vavrik: „Traumatisierte Erwachsene können auf ihr Kind nicht angemessen reagieren. Im Umgang mit ihrem Kind läuft oftmals ein Notprogramm ab.“ In extremen Fällen komme es dadurch zu Misshandlungen wie Schütteln des Kindes.
An zehn Gruppentagen – ab der 20. Schwangerschaftswochen bis zum Ende des ersten Lebensjahres des Kindes – haben die Eltern Gelegenheit, sich praxisorientiert zuerst auf die Geburt und Elternschaft vorzubereiten und anschließend durch die ersten, oft „stürmischen“ Monate mit dem Neugeborenen begleitet zu werden.


Vavrik: Mehr Qualität in der Kinderbetreuung!

Dr. Vavrik sieht eine Veränderung in der Gesellschaft, die allerdings nicht mit der Qualität der Erziehung und Betreuung von Kindern einhergeht. So fordert er bei der frühen Krippenbetreuung kleine Gruppen und gut ausgebildete PädagogInnen. „Wenn diese Voraussetzungen nicht passen, produzieren wir Störungen bei den Kindern. Dies zu wissen, aber nichts zu unternehmen, halte ich für verantwortungslos.“

In Österreich wird das SAFE®-Programm derzeit nur in Niederösterreich umgesetzt. Versuche, es österreichweit zu etablieren, sind bisher aus Kostengründen gescheitert. „Das Argument, kein Budget dafür zu haben, halte ich für äußerst kurzsichtig. Die Folgekosten für mangelnde Unterstützung, z. B. durch Therapien traumatisierter Eltern, werden weitaus höher sein.“
aktion leben setzt sich daher mit voller Kraft ein, durch SAFE® eine sichere Bindung zwischen Eltern und Kind zu fördern und damit allen Kindern die gleichen Startbedingungen zu ermöglichen. „Wir appellieren an die Verantwortlichen, zum Wohle von Eltern und Kindern verantwortlich zu handeln und sich mit diesem wichtigen Thema zu befassen“, so Kronthaler.
 

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aktion leben österreich  ist ein überkonfessioneller, überparteilicher karitativer Verein, der sich vorwiegend aus privaten Spenden finanziert. Neben der Beratung von schwangeren Frauen engagiert sich aktion leben in der Bildungsarbeit für Kinder und Jugendliche sowie in der aktiven Öffentlichkeitsarbeit zu bioethischen Fragen. Darüber hinaus setzt sich aktion leben für eine eltern- und kinderfreundliche Gesellschaft ein.
In den Bundesländern gibt es selbständige aktion leben-Vereine, die mit aktion leben österreich inhaltlich und organisatorisch eng zusammenarbeiten.


Die Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit ist eine Vernetzungs- und Kooperationsplattform für alle Fachgesellschaften und Berufsverbände sowie Anbieter von Gesundheitsleistungen, welche im Bereich der Kinder- und Jugendgesundheit tätig sind. Eingebunden sind ein Eltern- und Selbsthilfe-, ein wissenschaftlicher sowie ein Ethikbeirat. Sie wurde 2007 gegründet und ist eine gemeinnützige, überparteiliche und überkonfessionelle Initiative.

Rückfragen:
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Daniela Orler
Tel: 01/512 52 21 – 19
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