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aktion leben: Alleingang von Gesundheitsminister Stöger bei „Pille danach“ ist verantwortungslos


Wien, 4. Dezember 2009 – „Die ´Pille danach` ist mit gutem Grund rezeptpflichtig. Mit ihrer rezeptfreien Abgabe stiehlt sich Gesundheitsminister Stöger aus seiner Verantwortung für die körperliche und seelische Gesundheit vor allem junger Menschen“, sagt Mag. Martina Kronthaler, Generalsekretärin der aktion leben österreich. Der Alleingang sei eine billige Antwort auf politische Versäumnisse: „Die persönliche Beratung und Betreuung durch Ärztinnen und Ärzte sowie Investitionen in Sexualpädagogik würden mehr kosten, langfristig aber auch mehr bringen“, ist Kronthaler überzeugt.


Massiver Eingriff in weiblichen Hormonhaushalt

Die „Pille danach“ könne keinesfalls als Verhütungsmittel für einen längerfristigen Gebrauch betrachtet werden. Sie ist ein Hormonpräparat mit erheblicher Dosierung, das den ganzen Hormonhaushalt durcheinander bringen kann. Nebenwirkungen der „Pille danach“ sind Übelkeit, Unterbauchbeschwerden, Kopfschmerzen und starke Menstruationsblutungen.

„Die ´Pille danach` gaukelt eine Sicherheit vor, die sie nicht geben kann“, so Kronthaler. Wird durch die frühzeitige Einnahme der „Pille danach“ die Ovulation verschoben oder vorübergehend verhindert, kann die Frau trotzdem im selben Zyklus wieder schwanger werden, da ein befruchtungsfähiges Ei auch später zur Ausreifung kommen kann. Die Frau muss deshalb sofort nach Einnahme der „Pille danach“ weitere empfängnisverhütende Maßnahmen anwenden, um nicht doch noch schwanger zu werden. „Die ´Pille danach` sollte auch aus diesem Grund immer von einer Ärztin/einem Arzt verschrieben werden und mit Beratung über Verhütung einhergehen“, fordert Kronthaler.


Empfängnisverhütend und nidationshemmend

„Wer die Pille danach einnehmen will, soll wissen, dass ihre Wirkweise eine zweifache ist: empfängnisverhütend und nidationshemmend“, bemerkt Kronthaler.
Wird sie vor dem Eisprung eingenommen, wird dieser entweder verzögert oder unterdrückt. Die Spermien treffen also ins Leere, wenn die „Pille danach“ bis zu 72 Stunden nach dem ungeschützten Verkehr eingenommen wird. Auf diese Weise verhindert sie die Befruchtung.
Zweitens kann die Einnahme der„Pille danach“ die Einnistung einer befruchteten Eizelle in die Gebärmutter verhindern. Hier ist sie als nidationshemmend einzustufen, d. h. sie hat das Potenzial, einen Embryo am Weiterleben zu hindern.
 

Menschen in den Mittelpunkt stellen

Keinesfalls kann die „Pille danach“ bestehende Wissens- oder Aufklärungsdefizite beseitigen. „Um ungewollte Schwangerschaften zu verhindern, müssen wir unter anderem in Sexualerziehung und Information über partnerschaftliche Verhütung investieren“, betont Kronthaler. Eine rezeptfreie Abgabe könne den Druck auf Mädchen erhöhen, sexuelle Wünsche umgehend zu erfüllen und untergrabe die Bemühungen um eine partnerschaftliche Verhütung.

aktion leben fordert eine umfassende wertorientierte Sexualerziehung, die den liebenden und Beziehung suchenden Menschen in den Mittelpunkt stellt sowie tatkräftige individuelle Hilfen für diejenigen, die sich auch zu einem ungeplanten Kind bekennen.


Rückfragen:

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Mag. Daniela Orler
Presse- und Informationsarbeit
Tel.: 01/512 52 21-19
E-Mail: daniela.orler@aktionleben.at
 

 

 


 

 

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