aktion leben österreich

Aktion Leben: Väter brauchen mehr Unterstützung

 

Wien, 12. Juni 2009 – Anlässlich des Vatertages am kommenden Sonntag fordert aktion leben österreich mehr Beratung und Unterstützung für werdende Väter. „Unsere Gesellschaft und die Politik machen es Männern schwer, aktive Väter zu sein“, beobachtet Martina Kronthaler, Generalsekretärin der aktion leben österreich. „Die Hälfte der Eltern sind Väter – diese Tatsache muss wesentlich präsenter in unserem Denken und Handeln werden.“ Und: Vatersein soll als bereichernd für Männer vermittelt werden.

 

Für die gesellschaftliche Anerkennung aktiver Väter werde zu wenig getan, so Kronthaler. „Für die Entwicklung eines Kindes ist eine anwesende und aktive männliche Bezugsperson äußerst wichtig. Die Gesellschaft vergibt eine große Chance, wenn sie auf Väter verzichtet.“ Für Väter, die sich die Kinderbetreuung und Haushaltspflichten mit den Müttern teilen, fehlen weitgehend die Vorbilder. Die aktion leben wünscht sich, dass ein positives Bild von Vatersein und Väterlichkeit in der Gesellschaft etabliert wird: „Vatersein ist schön und bietet viele Chancen zur persönlichen Weiterentwicklung“, ist Kronthaler überzeugt.

 

Vater sein im männlichen Rollenbild nicht vorhanden

„Mädchen setzen sich meist sehr früh mit einer möglichen Mutterrolle auseinander. Burschen denken dagegen über eine mögliche Vaterschaft und die Auswirkungen auf ihr Leben gar nicht nach“, schildert Kronthaler die Erfahrungen aus vielen Workshops der aktion leben österreich für Jugendliche. „Den Burschen fehlt in dieser Phase häufig auch das Vorbild des eigenen Vaters oder anderer Männer.“

 

Beratung, die Bedürfnisse der Männer achtet

Entsprechend viele Ängste löst später eine – womöglich ungeplante – Schwangerschaft der Partnerin aus. Männer stellen ihre „Eignung“ als Vater in Frage und fühlen sich mit der neuen Verantwortung überfordert. „Für werdende Väter brauchen wir dringend spezielle Beratung, die auch entsprechend beworben wird“, fordert Kronthaler. Sie müsse „an Orten stattfinden, die von Männern besucht werden“.

 

Beruf und Familie: (auch) für Männer schwer vereinbar

Nur eine schwindend geringe Minderheit von Vätern geht in Karenz. Kronthaler ist davon überzeugt, dass das geplante einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld mehr Männern die Entscheidung zugunsten einer Babypause ermöglichen wird. Allerdings: „Anerkennung bekommen sie auf dem Spielplatz, nicht aber am Arbeitsplatz.“

 

„Männer haben andere, aber ebenso schwer wiegende Probleme, Beruf und Familie langfristig zu vereinen wie Frauen“, meint Kronthaler. Der Umgang mit MitarbeiterInnen und KollegInnen sei von der Vorstellung geprägt, Männer hätten keine Betreuungspflichten. Als Beispiel nennt die aktion leben – Generalsekretärin etwa die Sommerferien: Mütter erhalten mitunter leichter Urlaub als Väter.  Kronthaler: „Wir brauchen familienfreundliche Betriebskonzepte, die Männern Zeit für das Vatersein schaffen.“

 

Kronthaler abschließend: „Aktive Väter, die von Gesellschaft und Politik anerkannt werden, sind letztlich auch ein Beitrag zur Gleichstellung von Frauen. Denn auch für sie wird damit die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtert.“