aktion leben österreich

Künstliche Befruchtung birgt viele Probleme


Wien. 15. 12. 2008. aktion leben österreich zum Bioethik-Dokument des Vatikan „Dignitas Personae“, das die künstliche Fortpflanzung (IVF) ablehnt: „Auf der einen Seite verstehen wir die betroffenen Paare und freuen uns mit ihnen, wenn die künstliche Befruchtung zu einem Baby führt. Auf der anderen Seite dürfen auch die damit verbundenen Probleme nicht vergessen werden. Das Dokument des Vatikans spricht zahlreiche gravierende Problemfelder an“, so aktion leben-Generalsekretärin Mag. Martina Kronthaler.


„Die Fortpflanzungsmedizin sehen wir differenziert“, so aktion leben-Generalsekretärin Mag. Martina Kronthaler. Rund drei Millionen Kinder kamen weltweit bereits mit Hilfe der Fortpflanzungsmedizin auf die Welt. Es sind sehr erwünschte Kinder und ihren Eltern ist diese Freude von Herzen zu gönnen“, so Kronthaler weiter.
 

IVF ist Voraussetzung für Manipulation des Lebensanfangs

Andererseits ist die IVF das Eingangstor zu einer Vielzahl von problematischen Techniken. Mit dem Befruchtungsvorgang in vitro – also im Reagenzglas – kann erstmals auf den Embryo zugegriffen werden. Der Mensch in seinen Anfängen erscheint manchen unter dem Mikroskopenblick als „Zellhaufen“, genau so wird er vielfach behandelt: Er wird als Rohstoff für die Forschung verwendet, er wird genetisch auf seine Qualität getestet, es gibt überzählige Embryonen und solche, die nicht als voll entwicklungsfähig erscheinen und deshalb verworfen werden. Auch das Klonen, die Herstellung von Chimären und anderes mehr wäre ohne die Fortpflanzungsmedizin undenkbar.
 

Information über Praxis der IVF unzureichend

Abgesehen davon kritisiert aktion leben die Informationspolitik mancher Fortpflanzungsmediziner. Es dürfe nicht vergessen werden, dass es sich auch um einen äußerst lukrativen Geschäftszweig handelt. Erfolgsraten werden optimiert dargestellt, Techniken, die in Wissenschaftskreisen als experimentell gelten wie die Präimplantationsdiagnose, werden aus Wettbewerbsgründen als großer Vorteil für die Frauen dargestellt. Risikoreiche Mehrlingsschwangerschaften werden in Kauf genommen.

Andere Techniken, die in Österreich aus gutem Grund verboten sind (z.B. die Leihmutterschaft oder die Eizellspende) werden über den Umweg von Partnerinstituten im Ausland trotzdem angeboten. „Wir wünschen uns einen objektiveren, transparenteren Informationsfluss, basierend auf einem umfangreichen, von unabhängiger Stelle kontrollierten IVF-Register, der v.a. die Gesundheit von Mutter und Kind im Blick hat“, so die aktion-leben-Generalsekretärin. „Für eine umfassende Information sind eine Reihe an Dokumentationen ausständig. Zum Beispiel fehlt eine großangelegte Untersuchung über die Langzeitfolgen der IVF für die Gesundheit der Kinder. Auch das müsste endlich umgesetzt werden“, fordert Kronthaler.
 

Info-dienst bio-ethik mit Schwerpunkt „Fortpflanzungsmedizin“

aktion leben österreich gibt vierteljährlich einen Informationsdienst zu bioethischen Themen heraus. Ziel ist, eine breite Öffentlichkeit in verständlicher Form über wichtige bioethische Themen und aktuelle Entwicklungen zu informieren. Aktion Leben will dadurch zu einer informierten Entscheidungsfindung anregen.

Der info-dienst bio-ethik 4/2008 – er erscheint dieser Tage – wird dem Thema Fortpflanzungsmedizin gewidmet sein und eine aktuelle Studie zu dem Thema zusammenfassen. Der info-dienst bio-ethik kann exklusiv bei aktion leben bestellt werden. Ein Abonnement kostet 26 € / Jahr inkl. Porto. www.aktionleben.at, Telefon: 01/512 52 21.

 

Rückfrage:

Mag. Helene Göschka

Medien- und Informationsarbeit
01/512 52 21/21
helene.goeschka@aktionleben.at
www.aktionleben.at

 

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