
„Wir fordern ein klares Verbot der Forschung an embryonalen Stammzellen. Stattdessen soll Österreich die Forschung an adulten Stammzellen fördern, für die kein Embryo zerstört werden muss“, erklärt Martina Kronthaler , Generalsekretärin der Aktion Leben. „Es ist nicht einzusehen, warum die politischen Kräfte in Österreich alle ethischen und medizinischen Bedenken gegen die embryonale Stammzellforschung ignorieren“, kritisiert Kronthaler.
Es sei „verwunderlich, warum gerade jetzt ein Vorstoß kommt, die Gewinnung embryonaler Stammzellen für die Forschung in Österreich zuzulassen“, so Kronthaler. Schließlich habe die Forschung vor kurzem in Japan und den USA ermutigende Erfolge mit reprogrammierten Hautzellen erzielt, welche wesentlich einfacher und ethisch unbedenklich zu gewinnen sind.
Fast 64.000 Österreicherinnen und Österreicher unterzeichneten die Parlamentarische Bürgerinitiative der Aktion Leben „Für Menschenwürde und gegen Experimente mit dem Leben“. „Diese eindeutige Aufforderung an den Nationalrat wurde bisher beharrlich beiseite geschoben“, kritisiert Kronthaler.
Diese Art der Forschung ist ethisch in vielfacher Hinsicht nicht vertretbar. „Sie geht zum einen mit der Zerstörung embryonaler Menschen einher. Jede und jeder von uns hat einmal als Embryo sein Leben begonnen und hat sich kontinuierlich weiterentwickelt“, so Kronthaler.
Im Bereich der embryonalen Stammzellforschung werden in beispielloser Weise die Hoffnungen kranker Menschen und ihrer Angehörigen instrumentalisiert: „Seit zehn Jahren wird mittlerweile an embryonalen Stammzellen geforscht und Therapien sind nach wie vor nicht in Sicht!“, betont die Aktion Leben-Generalsekretärin. Auch dies ist ethisch betrachtet äußerst fragwürdig.
Es könne wirklich nicht die Rede davon sein, dass Patienten geschadet werde, wenn die Forschung an embryonalen Stammzellen ausdrücklich verboten wird.
Da jede embryonale Stammzelle außerdem eine potenzielle Tumorzelle ist, würde die Anwendung dieser Stammzellen am Menschen für diesen ein enorm hohes gesundheitliches Risiko darstellen. Die Unkontrollierbarkeit dieser Zellen wurde in Studien eindeutig nachgewiesen. Auch dieser Punkt wird meistens bei den Debatten unter den Tisch gekehrt.
Hinter dieser Art der Forschung stecken vor allem wirtschaftliche Interessen wie Patentanmeldungen. Die vielen negativen Ergebnisse der Forschung an embryonalen Stammzellen werden kaum publik gemacht.
„Es ist nicht einzusehen, warum die politischen Kräfte in Österreich alle ethischen und medizinischen Bedenken in den Wind schlagen und die höchst fragwürdige embryonale Stammzellforschung fördern wollen“, sagt Kronthaler.
Mag. Harald Hinger
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