
Bisher durften deutsche Forscher nur Stammzellen verwenden, die vor 1. Jänner 2002 im Ausland gewonnen wurden. Für Aktion Leben-Generalsekretärin Mag. Martina Kronthaler kommt das Abstimmungsergebnis in Deutschland einer „ethischen Bankrotterklärung“ gleich: „Hier wurde aus sachlich nicht nachvollziehbaren Gründen eine Türe aufgestoßen, die man kaum mehr zubekommen wird“, befürchtet die Aktion Leben Österreich-Generalsekretärin.
Aktion Leben Österreich lehnt die Forschung an embryonalen Stammzellen ab, weil dafür unweigerlich Embryonen zerstört werden müssen. Embryonale Stammzellforschung sei aber nicht nur „aus ethischer Sicht mehr als fragwürdig“, betont Kronthaler: „Nach zehn Jahren kostenintensiver Forschung gibt es keine einzige Therapie mit embryonalen Stammzellen - geschweige denn eine einzige klinische Studie am Menschen.“ In Deutschland hätten sich offensichtlich jene Kräfte durchgesetzt, „die sich nicht eingestehen wollen, dass sie aufs falsche Pferd gesetzt haben“, erklärt die Aktion Leben Österreich-Generalsekretärin.
„Unter dem Deckmantel der Forschungsfreiheit soll hier ein Wissenschaftszweig weiter forciert werden, hinter dem zwar große wirtschaftliche Interessen stecken, der aber dennoch in eine Sackgasse führt.“ Daran ändere auch die Tatsache nichts, dass die Lobby der embryonalen Stammzellforschung seit Jahren „mit halben Wahrheiten“ agiere: So sei jede embryonale Stammzelle eine potenzielle Tumorzelle, ein therapeutischer Einsatz am Menschen sei auch in Zukunft nicht vorstellbar, beruft sich Kronthaler auf Experten wie den Wiener Molekularpathologen Prof. Dr. Lukas Kenner. Ein Aus für diese Forschung würde daher auch keinen Schaden für Patienten bedeuten, unterstreicht die Aktion Leben-Generalsekretärin.
Kronthaler weist allerdings darauf hin, dass die aktuelle Debatte um Forschung an embryonalen Stammzellen auch in Österreich aktuell ist: „Auch hier gab es zuletzt einen Vorstoß seitens der Politik, die Gewinnung embryonaler Stammzellen für die Forschung in Österreich zuzulassen“, kritisiert Kronthaler.
Aktion Leben Österreich fordert hingegen ein Verbot der embryonalen Stammzellforschung. Stattdessen sollte die ethisch unbedenkliche Forschung mit adulten Stammzellen und sogenannten induziert pluripotenten Stammzellen gefördert werden, für die keine Embryonen zerstört werden müssten, so Kronthaler.
Mag. Harald Hinger
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