
„Kinder sind unser ganzer Reichtum und unsere Zukunft“, betonte der Pastoraltheologe und zitierte dazu ein Wallfahrtslied Salomos (Psalm 127), in dem es heißt „Kinder sind eine Gabe des Herrn, die Frucht des Leibes ist sein Geschenk.“ Diesen Reichtum müsse man entsprechend schätzen und fördern: „Unsere Kinder tragen nicht nur unsere Kultur weiter oder sichern mittels Generationenvertrag unsere Pensionen, sie gestalten auch unsere Welt von morgen. Wir sind es ihnen schuldig, ihre Start- und Lebensbedingungen bestmöglich zu gestalten“, so Zulehner.
Dazu gehören nach Meinung des Festredners „Gedeihräume“ für Kinder wie die Familie sowie Spiel- und Bildungseinrichtungen. Sie alle sollten von Liebe und Stabilität geprägt sein und den besonderen Schutz unserer Gesellschaft genießen. Kinder dürften von den Erwachsenen nicht als Störenfriede oder als Konkurrenz auf der Suche nach „leidfreiem Glück“ betrachtet werden. Ein stabiles Umfeld, familiale „Gedeihräume“ und harmonische Lebenswelten wie Kindergärten, Schulen und Kindergruppen seien die Basis für eine kinderfreundliche Gesellschaft.
Jedes Kind habe ein „geborenes Anrecht auf Personen, die den Namen ´Vater und Mutter´ tragen“, meinte der Wissenschaftler. Die Väter müssten sich im Klaren darüber sein, dass sie durch ihre Abwesenheit in der Erziehung und in der Familie das Gedeihen ihrer Kinder schädigten. Zulehner plädierte dafür, die Funktion des Hegens und Pflegens als Bestandteile des väterlichen Rollenmusters aufzunehmen. Er sprach sich dafür aus, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Gesellschaft so zu verändern, dass auch für Männer Beruf und Familie ohne Probleme vereinbar sind.
Kinderarmut sei in einem reichen Land wie Österreich ein Skandal, für den sich eine reiche Gesellschaft schämen müsse. „Der mit Armut oft einhergehende Mangel an Bildung nimmt den Kindern jede Zukunft“ analysierte der Wissenschaftler. Zulehner sprach sich für ein Grundeinkommen für jedes Kind aus. Damit könnte man Kindern bessere Zukunftschancen bieten.
Lobbying für Kinder könne jeder Einzelne betreiben, ermutigte der Theologe die Anwesenden, sich weiter für eine kinder- und elternfreundliche Gesellschaft zu engagieren.
Paul Zulehner lobte die aktion leben , die mit der Feier zum „Tag des Lebens“ einen wichtigen „Moment an der kinderfreundlichen Bewegung in Österreich“ geschaffen habe.
Mag. Margareta Lehrbaumer
aktion leben österreich – Information & Medien
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