aktion leben österreich

7. Zusätzliche Gefahren einer Freigabe der Eizellspende

 

Das Recht auf Kenntnis der Abstammung

Jedes Kind hat ein anerkanntes Recht auf Kenntnis seiner Abstammung. Dieses Recht ist mehrfach in internationalen Rechtsdokumenten gesichert.

In Par. 20 des österreichischen Fortpflanzungsmedizingesetzes ist festgehalten, dass ein Kind ab dem 14. Lebensjahr das Recht auf Einsicht in die Aufzeichnungen hat und damit erfahren kann, mit wessen Samen es gezeugt wurde. Die Möglichkeit, in Spenderdaten Einsicht zu nehmen, kann auch medizinisch gerechtfertigt werden, wenn etwa beim Kind schwere Erkrankungen auftreten.

Das ist unter anderem deshalb möglich, weil es für den Begriff der „Vaterschaft“ im österreichischen Gesetz mehrere Definitionsmöglichkeiten gibt.

Anders verhält es sich beim Begriff der „Mutterschaft“. Im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch ist in Par. 137b klar geregelt, dass eine Mutter diejenige Person ist, die ein Kind geboren hat. Das Recht auf Kenntnis der Abstammung könnte somit von einem durch Eizellspende gezeugten Kindes nicht wahrgenommen werden. Eine Neudefinition der „Mutterschaft“ wäre notwendig, womit aber auch alle Probleme der Alimentation, des Erbrechts etc. zu regeln wären.

 

Das Recht auf Anonymität der Spenderin

Dem Recht der Kenntnis der Abstammung steht das Recht auf Anonymität der Eizell-Spenderinnen und Samenspender gegenüber. Dieses Recht ist notwendig, um sie vor Verfolgungen jedweder Art zu schützen. Dieses Recht kann aber nicht garantiert werden, wenn es um die Gesundheit der durch IvF gezeugten Kinder geht: Bei der Anamnese bestimmter Krankheiten ist die Kenntnis der Familiengeschichte hilfreich; bei notwendigen Transplantationen ist die Wahrscheinlichkeit, geeignetes Transplantationsmaterial zu finden, innerhalb der Verwandtschaft erhöht.

 

Die Eizellspende impliziert die Erlaubnis der Präimplantationsdiagnostik

Die Strapazen einer IvF sind enorm. Schon jetzt wird argumentiert, es sei daher unzumutbar, den so gezeugten Embryo nicht auch gleich einer Qualitätskontrolle zu unterziehen. Kommt noch die Eizellspende hinzu, wird verstärkt die PID gefordert, weil sie ein aufwändiges und kostenintensives Verfahren mehr bedeutet.

 

Der volkswirtschaftliche Aspekt

Die demografische Verschiebung wird auch mit der Zulassung der Eizellspende nicht zu korrigieren sein. Die finanzielle Unterstützung von IvF ist eine vergleichsweise teure Möglichkeit, die Geburtenrate um einen minimalen Prozentsatz zu erhöhen. Die Kosten der IvF für die Öffentlichkeit beschränken sich nicht auf diesen medizinischen Vorgang allein. Sie belasten das gesamte Gesundheitssystem durch höhere Risken für die Frauen, die IvF in Anspruch nehmen, und für die dadurch gezeugten Kinder. Eine Zulassung der Eizellspende würde die Kosten für das Gesundheitssystem erweitern um jene Frauen, die für und nach einer Eizellspende medizinisch behandelt werden müssen.